Thomas (35 Jahre) beschreibt seine Erfahrung in poetischen Worten:
„Das Chanten ist für mich in erster Linie eine Verbundenheitserfahrung zu mir selbst, und zu meinen Mitmenschen. Eine Erfahrung des Getragenseins DURCH die anderen (Gruppe). DADURCH wird IN MIR eine TIEFER gelegene Kraft frei gesetzt, die verschiedene EMPFINDUNGSfacetten hervorbringen will, wie zum Beispiel Wehmut, und Sehnsucht, nach Gott; Sehnsucht nach Einklang mit MIR, und mit allem was lebt und beseelt ist, also auch nach dem Baum, dem Stein, der Erde und dem Himmel, ....auch nach dem KLANG, zum Beispiel deiner schwingenden Stimme. Und Sehnsucht AUCH, nach der Ewigkeit des Lebens und Sterbens ... Diese Kraft wird durch den Klang meiner Stimme FREIGESETZT, sie schwingt in die GRUPPE hinein, wird dort aufgefangen und mitgetragen. Vor solch einer Empfindung will ich mich jetzt und hier verneigen .................................... und einfach DANKE sagen!“
Ulrike (42 Jahre) erlebt intensive Gefühle des Verschmelzens und der Ich-Losigkeit. Ihr tiefes Glücksgefühl strahlt auch für Außenstehende erlebbar aus:
„Die unterschiedlichen Lieder haben verschiedene Erfahrungen ausgelöst. Bei manchen Liedern war eher Begeisterung und Ekstase spürbar, bei manchen Liedern war eher ein zartes Berührt-Sein und Weichheit und Öffnung im Herzbereich – verbunden damit, mit einer allumfassenden, transpersonalen Liebe in Kontakt zu sein und sich ihr immer wieder für kurze Momente zu öffnen.
Zeitweise hatte ich das Gefühl, Kanal zu sein. Nicht ich singe, sondern es tönt aus mir und ich weiß gar nicht, wo der Ton herkommt. Es passiert einfach. Es gab Momente, in denen ich ganz im Augenblick präsent war. Glücksmomente, mit mir und der Welt im Einklang sein. Als ich nach dem Wochenende in der U-Bahn nach Hause gefahren bin hat jemand, den ich nicht gekannt habe zu mir gesagt, ich würde so glücklich aussehen. Das passiert sonst eher nicht, d.h. ich muss schon was anderes ausgestrahlt haben als sonst.“
„Das Singen wirkt bei mir unmittelbar als Kanal, um auf schnelle Weise zu ganz tiefen Emotionen vorzudringen. Sowohl Freude als auch Schmerz spüre ich sehr deutlich ohne große Umwege über Denken und Gespräche. Durch die Bewegungen kommen diese Gefühle in Fluß, können sich verwandeln und geben letztendlich Kraft...“ (Petra, 29 Jahre)
„Ich fühle mich beim Singen ganz in meiner Mitte, fühle mich geerdet, bin ganz im Moment. Ich singe inzwischen sehr viel. In bestimmten Stimmungen suche ich das entsprechende Lied. Beim Singen verändert sich meine Stimmung – so manche Traurigkeit konnte ich loslassen, verwandeln...“ (Karin 48 Jahre).






